DSL beim Umzug
Beim Wohnungswechsel kann der DSL-Vertrag in der Regel mitgenommen werden — wenn am neuen Wohnort dieselbe Bandbreite verfügbar ist. Wenn nicht, greift ein Sonderkündigungsrecht.
Anschluss am neuen Wohnort prüfen
Vor dem Umzug sollte für die neue Adresse geprüft werden, welche DSL-Bandbreite dort verfügbar ist. Werkzeuge:
- Verfügbarkeitskarte der Bundesnetzagentur (Breitbandatlas) — übersichtlicher, anbieterunabhängiger Status auf der Karte.
- Anbieter-Adressprüfung bei Telekom, Vodafone, 1&1, O2 und regionalen Anbietern — exakter, weil sie auf die konkrete Hausnummer abstellt.
- Nachbarn fragen oder lokale Foren — manchmal wissen sie, ob ein Glasfaserausbau bevorsteht.
Mitnahme des bestehenden Vertrags
Wenn am neuen Wohnort dieselbe Tarifstufe verfügbar ist, kann der Vertrag ohne Vertragsänderung mitgenommen werden. Der Anbieter organisiert:
- Termin für die Aktivierung am neuen Standort.
- Falls nötig: Technikereinsatz für die Anschlussdose oder Verteilerverkabelung.
- Rufnummernportierung (sofern die Vorwahlzone wechselt — bei gleicher Vorwahl meist problemlos).
Üblich: 2–4 Wochen Vorlauf. Bei einigen Anbietern wird eine Umzugsgebühr erhoben (häufig 30–70 Euro, manchmal kostenlos als Service).
Sonderkündigung bei fehlendem Anschluss
Wenn der bisherige Anbieter am neuen Wohnort keinen vergleichbaren Anschluss liefern kann (z. B. weil dort nur ein anderer Anbieter ausgebaut hat), besteht nach § 60 TKG ein außerordentliches Kündigungsrecht. Voraussetzungen:
- Schriftlicher Nachweis (z. B. Meldebestätigung) des Umzugs.
- Bestätigung des Anbieters, dass am neuen Wohnort keine vergleichbare Leistung möglich ist.
- Kündigung mit dreimonatiger Frist zum Monatsende (nicht sofort).
Die Bundesnetzagentur und Verbraucherzentralen halten Musterbriefe für diesen Fall bereit.
Reduzierte Bandbreite am neuen Standort
Häufig ist die maximale Bandbreite am neuen Wohnort eine andere als am alten. Dann gilt:
- Geringere Bandbreite verfügbar: der Anbieter passt den Vertrag in der Regel auf die tatsächlich realisierbare Bandbreite an — bei gleichzeitig geringerem Monatsbeitrag. Sonderkündigung möglich, wenn die neue Bandbreite deutlich unter dem ursprünglichen Tarif liegt.
- Höhere Bandbreite möglich: Die Kund:in kann auf einen höheren Tarif wechseln oder den bisherigen Tarif behalten.
Übergangslösungen
Wenn der neue Anschluss nicht rechtzeitig zum Einzug bereitsteht (oft 1–2 Wochen Verzug), bieten manche Anbieter Übergangs-Mobilfunkrouter mit LTE-Datenvolumen an. Alternative: ein eigener Mobilfunkrouter mit Daten-SIM (Drillisch/Aldi-Talk-Datenkarten ab 10 Euro für 30 GB).
Was Sie noch beachten sollten
- Mietshäuser: Vor allem in Altbauten ist die Hausverkabelung manchmal nicht für höhere DSL-Bandbreiten geeignet. Hier kann der Hausanschluss verstärkt werden müssen — meist Vermieter-Angelegenheit.
- Glasfaser-Hausanschluss: Wenn im neuen Haus Glasfaser verlegt ist (aber kein Vertrag besteht), kann zusätzlich ein Glasfaservertrag mit einem örtlichen Anbieter abgeschlossen werden — oft günstiger und schneller als DSL.
- Rufnummern aus dem Vorwahlbereich: Beim Umzug in eine andere Vorwahlzone wird häufig eine neue Rufnummer vergeben. Die bisherige kann theoretisch mitgenommen werden, aber nur bei Anbietern mit überregionaler Nummernzuteilung.