DSL-Tariftypen
Bei DSL ist heute die Flatrate Standard. Trotzdem unterscheiden sich Tarife in Laufzeit, Hardwaremodell und Bündelangeboten erheblich.
Flatrate als Standard
Eine echte Volumen-Drosselung wie früher („nach 100 GB nur noch 16 kbit/s") gibt es bei DSL in Deutschland heute praktisch nicht mehr. Alle gängigen Tarife für Privatkunden sind unbegrenzte Flatrates für Downstream und Upstream. Eine technische Drosselung erfolgt höchstens kurzfristig bei missbräuchlicher Nutzung (z. B. dauerhaft maximaler Upload für gewerbliche Zwecke), nicht aber regelmäßig.
Kombi-Angebote
Viele Anbieter bündeln DSL mit anderen Diensten:
- DSL + Festnetz-Telefonie: Standard. Inklusive Telefonie ins deutsche Festnetz, oft auch Mobilfunk. Echte Festnetz-Anschlüsse mit eigener Rufnummer.
- DSL + Mobilfunk: bei Anbietern mit eigenem Mobilfunknetz (Telekom, Vodafone, O2) gibt es Rabatte für die Kombination — etwa „MagentaEINS" (Telekom) oder „GigaKombi" (Vodafone).
- DSL + TV: IPTV-Angebote wie MagentaTV oder Vodafone TV. Liefern Hunderte Sender, häufig mit Streaming-Mediathek.
- DSL + Streaming-Dienste: einige Tarife enthalten ein Netflix-, Disney+- oder Sky-Paket. Achtung: nach Ende des Vertrags müssen diese aktiv gekündigt werden.
Vertragslaufzeit
Üblich sind zwei Laufzeit-Modelle:
- 24 Monate Mindestlaufzeit: der historische Standard. Häufig mit reduziertem Preis in den ersten 6 oder 12 Monaten, danach Regelpreis. Verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, sofern nicht 3 Monate vor Ablauf gekündigt wird.
- 12 Monate oder ohne Mindestlaufzeit: seit der TKG-Novelle 2021 verpflichtend von allen Anbietern parallel anzubieten, allerdings meist zu höheren Monatsbeiträgen. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat — nicht mehr drei wie früher.
Aktivierungs- und Hardwarekosten
Neben dem monatlichen Beitrag fallen oft Einmalkosten an:
- Aktivierungs- oder Bereitstellungsgebühr: 30–70 Euro für die Anschlusseinrichtung. Wird oft als Werbeaktion erlassen.
- Versandkosten Router: 5–15 Euro.
- Router-Kauf oder -Miete: der Anbieter-Router (FRITZ!Box 7530 oder gleichwertig) kann meist gekauft (100–200 Euro) oder gemietet werden (3–8 Euro/Monat). Über die Vertragslaufzeit gerechnet ist der Kauf fast immer günstiger.
- Technikereinsatz: ist meist nicht nötig (Selbstinstallation per Stecker). Falls doch erforderlich: 50–100 Euro.
Preisstrukturen und Aktionen
DSL-Tarife arbeiten häufig mit zweistufigen Preisen: niedriger Aktionspreis in den ersten 6 oder 12 Monaten, danach Regelpreis (oft 10–15 Euro mehr). Wer dauerhaft günstig fahren will, sollte den Durchschnittspreis über die volle Vertragslaufzeit berechnen — nicht nur den Einstiegspreis.
Datenroaming und Hotspot
Manche DSL-Tarife enthalten ein WLAN-Hotspot-Netz (etwa Telekom Hotspot, Vodafone Homespot). Damit kann man sich unterwegs an den WLAN-Routern anderer Kund:innen einloggen — kostenlos im Heimatnetz, gegen Aufpreis im Ausland.