DSL-Anbieter

In Deutschland teilen sich rund ein halbes Dutzend Großanbieter den DSL-Markt, ergänzt durch regionale Anbieter und Stadtwerke. Eine sachliche Übersicht.

Marktstruktur

Die Telekom betreibt den überwiegenden Teil der Telefon­anschlüsse und damit der DSL-fähigen Kupferleitungen in Deutschland. Andere Anbieter mieten diese Leitungen über die Bundesnetzagentur-regulierten Last-Mile-Zugänge (TAL — Teilnehmer­anschluss­leitung) und vermarkten darauf eigene DSL-Tarife. Daneben betreibt ein Teil der Anbieter eigene Netzinfrastruktur, vor allem im Glasfaserbereich.

Deutsche Telekom

Marktführer mit über 13 Millionen Privatkunden-Anschlüssen (Stand 2024). Die Telekom verfügt über die größte VDSL- und Super-Vectoring-Abdeckung. Ihre Tarif­linie heißt MagentaZuhause, mit Stufen S, M, L, XL und Glasfaser-Varianten. Bekannt für hohen Service­standard, aber auch verhältnismäßig hohe Preise.

Vodafone

Zweitgrößter Anbieter, mit zwei separaten Netzen: einerseits DSL über die TAL der Telekom (Marke „Vodafone DSL"), andererseits das Kabelnetz von Vodafone Kabel Deutschland und Unitymedia (heute „Vodafone Kabel"). Letzteres ist über DOCSIS-Technik realisiert, also formal kein DSL — wird aber häufig als Alternative angeboten und kann bis 1 Gbit/s liefern.

1&1 (United Internet)

Größter alternativer DSL-Anbieter ohne eigenes Telefon-Festnetz. Mietet Last-Mile-Anschlüsse bei der Telekom. Bietet die 1&1-Tarife (DSL 16, 50, 100, 250) sowie ein eigenes Mobilfunknetz (im Aufbau). Tendenziell günstiger als Telekom, weniger Servicebreite. Tochterunternehmen sind GMX und WEB.DE.

O2 / Telefónica Deutschland

Telefónica Deutschland bietet DSL unter der Marke O2 DSL oder O2 my Home. Auch hier mietet das Unternehmen Last-Mile-Anschlüsse. Stärken im Mobilfunkbereich; DSL wird häufig als Bestandteil eines Kombi-Pakets mit Mobilfunktarif angeboten.

EWE

Regionalanbieter im Nordwesten (Niedersachsen, Bremen, Teile von NRW und Brandenburg). Betreibt eigene Infrastruktur, vor allem im Glasfaser­ausbau. Bietet DSL- und Glasfaser­tarife unter eigenem Namen. Hohe Servicequalität in den eigenen Regionen.

M-net

Regionalanbieter mit Sitz in München. Eigene Glasfaser­infrastruktur in Bayern und Teilen Schwabens. Bekannt für hohe Service­qualität und faire Tarif­bedingungen. Bietet auch klassisches DSL über Telekom-TAL.

Regionale Stadtwerke und Telekommunikations­unternehmen

In vielen Städten betreiben Stadtwerke oder kommunale Unternehmen eigene Glasfaser­netze und vermarkten Tarife — etwa NetCologne (Köln), htp (Hannover), wilhelm.tel (Norderstedt), Telecolumbus/PYUR (Berlin). In ländlichen Regionen sind oft kleine genossenschaftliche Anbieter aktiv, die Glasfaser ausbauen, wo Großanbieter keine Wirtschaftlichkeit sehen.

Anbieter im Überblick

AnbieterEigenes Netz?SchwerpunktTarifmarke
TelekomJa (Kupfer + Glasfaser)bundesweitMagentaZuhause
Vodafone DSLNein (TAL-Miete)bundesweitVodafone DSL / Red Internet
Vodafone KabelJa (Kabelnetz)Ehem. VersorgungsgebieteVodafone Kabel/CableMax
1&1Nein (TAL-Miete)bundesweit1&1 DSL
O2 TelefónicaNein (TAL-Miete)bundesweit, Kombi mit MobilfunkO2 my Home
EWEJa (eigene Infrastruktur)NordwestenEWE zuhause
M-netJa (Glasfaser Bayern)Bayern, SchwabenM-net Surf & Fon
NetCologneJa (Köln/Aachen)regionalNetCologne DSL

Worauf bei der Anbieterwahl achten?