Router
Der Router ist die Schnittstelle zwischen DSL-Anschluss und Heimnetz. Welche Modelle es gibt, was die Routerfreiheit bedeutet und welche WLAN-Standards aktuell sind.
FRITZ!Box als Quasi-Standard
Der Berliner Hersteller AVM dominiert den deutschen Endkunden-Markt mit der FRITZ!Box. Die Geräte werden in mehreren Klassen angeboten:
- FRITZ!Box 7530 / 7530 AX: Mittelklasse, Wi-Fi 5 bzw. Wi-Fi 6. Bis VDSL/Super-Vectoring 250 Mbit/s.
- FRITZ!Box 7590 / 7590 AX: Oberklasse mit DECT-Telefonie, USB-Anschluss für Drucker oder NAS-Speicher.
- FRITZ!Box 5530 / 5590 Fiber: Glasfaser-Varianten mit SFP-Modul.
Im Vergleich zu Provider-eigenen Routern (Speedport von Telekom, EasyBox von Vodafone, 1&1 HomeServer) bietet die FRITZ!Box mehr Konfigurationsmöglichkeiten — etwa für VPN, Gastnetzwerk und detaillierte Statistik.
Routerfreiheit
Seit dem 1. August 2016 gilt in Deutschland die Routerfreiheit (§ 55 TKG). Anbieter dürfen keinen bestimmten Router vorschreiben — Kund:innen können einen beliebigen, technisch kompatiblen Router einsetzen. Der Anbieter ist verpflichtet, alle Zugangsdaten (Username, Passwort) sowie Konfigurationen für Telefonie und Internet bereitzustellen.
Praktisch bedeutet das: Kund:innen können einen eigenen Router kaufen (z. B. eine FRITZ!Box im Handel), statt das Provider-Modell zu mieten. Vorteile: bessere Wiederverkaufbarkeit, unabhängig von Provider-Beschränkungen, oft günstiger über die Vertragslaufzeit.
WLAN-Standards
| Standard | IEEE-Bezeichnung | Frequenzband | Theoret. Maximum | Praxis |
|---|---|---|---|---|
| Wi-Fi 4 | 802.11n | 2,4 + 5 GHz | 600 Mbit/s | 100–200 Mbit/s |
| Wi-Fi 5 | 802.11ac | 5 GHz | 3,5 Gbit/s | 300–800 Mbit/s |
| Wi-Fi 6 | 802.11ax | 2,4 + 5 GHz | 9,6 Gbit/s | 500 Mbit/s – 1,5 Gbit/s |
| Wi-Fi 6E | 802.11ax | 2,4 + 5 + 6 GHz | 9,6 Gbit/s | höher bei wenig Interferenz |
| Wi-Fi 7 | 802.11be | 2,4 + 5 + 6 GHz | 46 Gbit/s | noch wenig Endgeräte |
Mesh-Systeme
In größeren Wohnungen oder Häusern reicht ein einzelner Router oft nicht aus, um überall stabiles WLAN zu liefern. Mesh-Systeme kombinieren mehrere WLAN-Zugriffspunkte zu einem nahtlosen Netz — Geräte wechseln automatisch zum stärksten Knoten. Verbreitete Lösungen:
- AVM FRITZ!Mesh: mehrere FRITZ!Boxen oder FRITZ!Repeater bilden ein Mesh.
- TP-Link Deco, ASUS ZenWiFi, Netgear Orbi: komplette Mesh-Systeme im Set.
- Google Nest WiFi, Amazon eero: einfache Bedienung über App, gut für kleinere Wohnungen.
Sicherheit
Aktuelle Router sollten WPA3 (mindestens WPA2) als Verschlüsselung nutzen. Veraltete Standards wie WEP oder WPA gelten als unsicher. Weitere Sicherheitsempfehlungen:
- Werkseinstellungs-Passwort des Routers ändern.
- Automatische Firmware-Updates aktivieren — moderne FRITZ!Boxen tun das standardmäßig.
- Gastnetzwerk für Besucher und IoT-Geräte einrichten — isoliert vom Hauptnetz.
- UPnP (Universal Plug and Play) deaktivieren, wenn nicht benötigt.
- Fernzugriff (TR-069, MyFRITZ) nur dann aktivieren, wenn wirklich genutzt.
Router selbst kaufen oder mieten?
Bei einer 24-Monats-Laufzeit summieren sich Mietgebühren von 5 Euro/Monat auf 120 Euro — fast der Neupreis eines mittleren FRITZ!Box-Modells. Eigene Hardware lohnt sich:
- Wenn man länger als 2 Jahre beim Anbieter bleibt (oder die Box bei einem Wechsel mitnehmen will — sie funktioniert in der Regel auch bei einem anderen DSL-Anbieter).
- Wenn man individuell konfigurieren will (Telefonie, VPN, NAS-Funktionen).